Südeuropäische Länder wollen EU-Mittel zur Bewältigung der zunehmenden Dürreperioden


Der jährliche Mangel an Niederschlägen hat in manchen Gegenden zunehmend schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft.

Die südlichen EU-Mitgliedstaaten sind zunehmend besorgt über die Dürre in ihren Territorien, die erhebliche Auswirkungen auf den Agrarsektor hat.

Einige der am stärksten betroffenen Länder fordern die Mobilisierung von Mitteln aus der sogenannten Agrarreserve des Blocks – einem Topf in Höhe von 450 Millionen Euro, der dazu gedacht ist, Landwirte in außergewöhnlichen Zeiten zu unterstützen.

„In diesem Jahr sehen wir im Falle Spaniens seit Beginn des hydrologischen Jahres einen Rückgang der Niederschläge um mehr als 30 %“, sagte Spaniens Landwirtschaftsminister Luis Planas.

„Das hat direkte Konsequenzen, aus Sicht der Tierfütterung auf der Weide. Es hat auch Konsequenzen aus Sicht der Winterernte, die nicht abgeschlossen werden konnte.“

„Es hat auch Folgen für die Sommerkulturen, die teilweise nicht ausgesät werden konnten, und es hat auch Folgen für die Bewässerung, die einen geringeren Ertrag bringt.“

Ein ursprünglich von Portugal und auch im Namen Frankreichs, Italiens und Spaniens vorgelegter Bericht zeichnet ein besorgniserregendes Bild für die Zukunft.

Ende April befanden sich 21,6 % des EU-Territoriums in einer „Warnlage“, 3,2 % befanden sich in einer „Alarmlage“.

Portugal und Spanien zahlen den höchsten Tribut für den Mangel an Regen, aber auch in den baltischen und skandinavischen Ländern sind die Böden trockener als üblich.

Zwischen Oktober 2022 und April 2023 war in Spanien ein Niederschlagsdefizit von 24 % unter dem Durchschnitt zu verzeichnen, während in Frankreich 26 von 101 Departements bis zum Ende des Sommers dieses Jahres einem hohen Dürrerisiko ausgesetzt sind.

In Portugal wirkte sich die Dürresituation auf mehr als 40 % des Festlandgebiets negativ auf die landwirtschaftlichen Aktivitäten aus, ebenso wie in Italien, wo Dürre und Überschwemmungen die Tierhaltung, Weinberge, den Getreideanbau sowie die Obst- und Gemüseproduktion geschädigt haben.

Der Rückgang des Flussdurchflusses führt auch dazu, dass im Po-Delta in Norditalien Salzkeilmündungen aus dem Meer aufsteigen, wodurch die Gewässer für landwirtschaftliche Zwecke unbrauchbar werden.

Quelle: Euronews

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