Question by Armin Mok: Einschätzung zu einem Kosovo-Albaner. Bitte, beruflich wirklich wichtig?
Uiuiui, nun muss ich mal probieren, diese Frage zu stellen, ohne dass dann wieder jemand schreit, dass das Ganze irgendwas mit Rassismus zu tun hat.
Die Sache ist die, ich arbeite hier in Berlin in der Jugendhilfe und wir haben einen Fall, bei dem wir einschätzen müssen, ob die Möglichkeit und damit eine akute Gefahr für eine meiner Mädels in der Wohngruppe besteht.
Natürlich ist es schon einmal unmöglich, zu sagen “so sind se, die Kosovo-Albaner” und dass das individuell bei jedem anders ist, ist auch klar. Wichtiger Fakt ist aber nun einmal, dass andere “Kulturen” mit den gleichen Sachen unterschiedlich umgehen. Auf dem Niveau, einer entsprechenden Sozialisation (in Bezug auf individuelle, familiäre, regionale und gesamte kulturelle Zusammenhänge) wäre es aber trotzdem wichtig, gerade das in die Überlegung mit einfließen zu lassen, wovon wir keine Ahnung haben.
Die Sache ist die: Schantall, so nenn ich sie, lebt bei mir in der Wohngruppe, der Bruder Kevin in einer anderen und Schakkeline in einer weiteren Wohngruppe, alle drei wurden dem Vater weggenommen, als die Mutter sich von ihm hat scheiden lassen und nach D gezogen ist. Sie hat hier einen neuen Mann gefunden. Ein Assi, aber davon mal abgesehen haben alle drei Geschwister einen starken Hang zu ihrem leiblichen Vater.
Mit diesem haben sie auch regelmäßig einmal pro Woche Kontakt per Telefon, er war auch schon mal in D, hat die Kinder und seine Ex in den Kosovo entführt (Die Mutter hat sich wild mit dem Kopf nickend entführen lassen). Das kam seither natürlich nicht wieder vor, dies ist vermutlich auch eher unwahrscheinlich, weil ihm klar ist, dass er dann jeglichen Kontakt verlieren wird. Dennoch betont er gerne, dass er sich ein Wiedersehen mit den Kindern wünscht, meine Kleine zieht es auch sehr in den Kosovo, sie will das Land einmal richtig kennen lernen.
Wichtig wäre für uns, zu wissen, was wir erwarten können/müssen. Es hieß bei einer Sitzung, dass 1. Die Scheidung, 2. Der Verlust der Kinder an die Mutter und 3. Der Verlust der Kinder durch die Mutter an das Jugendamt eine sehr große Schmach für den leiblichen Vater sein würde. Es ist ja schon in Deutschland happig.
Aber was bedeutet es im Kosovo? Ist es ein Gesichtsverlust? Eine Sache der Ehre (ich denke gerade nicht an Ehrenmorde, die heißen ja auch eigentlich “Familiendrama”), ein Unding, dass die Familie zerrüttet ist? Kann ich mit ähnlichen Reaktionen wie in Deutschland rechnen? Gibt es etwas zu beachten? Etwas, was ich nicht weiß? Oder was dort anders ist, als hier?
Bitte, macht mich klug.
Danke für Zeit und Antworten, auch wenn ich die Hoffnung hatte, dass ich über eine Rechtfertigung hinweg kommen würde, bzw. das Ganze etwas produktiver wäre^^. Kleine Erklärung also:
Bei dieser Einschätzung geht es in erster Linie nur darum, ob es sich um eine sog. _akute_ Gefahr handelt oder nicht. Es ist natürlich niemals vorauszuahnen, klar, aber dennoch müssen wir ja die Situation einschätzen können.
Im Allgemeinen ist es klar, dass der Vater gerade vor allem emotional Amok läuft, weil er seine Kinder liebt, sie aber durch örtliche Grenzen nicht sehen kann. Völlig normal.
Wichtig ist aber, was da oben drauf gesetzt noch wichtig sein könnte. So was wie z.B. (komisches Beispiel) Gib einem Nigerianer niemals mit der linken Hand Geld, er wird es nicht annehmen, weil in Nigeria mit links die ~anderen~ Geschäfte gemacht werden. So Kultursachen eben, die man nur weiß, wenn man sich wirklich auskennt.
Ich meine, wenn es nix gibt… um so besser. Denn dann ist es keine _akute_ Gefahr.
ischdem, wer muss sich hier wem beugen? Warum?! Man könnte sich ja auch einfach mit höflichem Respekt begegnen, denn dann funktioniert das auch so. Nur muss irgendwer anfangen. Und ich wäre dafür, dass der Gastgeber das macht. Als guter Deutscher.
Darüber hinaus lebt der Vater selbst noch im Kosovo, also geht es uns überhaupt nix an, wie er lebt und was seine Überzeugungen sind. Bzw., es ist nicht an uns, darüber zu urteilen.
Angel, no hablo espanol. Try english.
Hallo Stadtleopard.
1. Lies dir mal andere Antworten von mir durch und überlege dann noch mal scharf, auf welcher Seite ich stehen könnte, bevor du vorschnell urteilst.
2. Du meinst also, dass wir kulturelle Eigenheiten, wie wir sie in Deutschland auch haben, völlig außer Acht lassen sollten, weil uns die Kultur anderer Menschen nichts angeht? Kann man so eigentlich Vorurteile ausräumen? Ist es also für einen Inder auch unwichtig zu wissen, dass er hier nicht mit einem Hakenkreuz auf dem Shirt rumlaufen sollte? Hat es in Indien doch noch eine andere Bedeutung…
Best answer:
Answer by coolcat2307
Was ich davon halte, schreibe ich hier lieber nicht! Ich sage nur eins: Vorsicht! Vorsicht! Vorsicht!
Es wundert mich allerdings, dass Du aufgrund dieser Vorgeschichte hier auch noch hier fragst. Bei jedem Menschen gehen doch sofort die Alarmglocken an! Oder wollt Ihr demnächst bei RTL in den Schlagzeilen sein? Mal ehrlich, wenn die Jugendhilfe hier solche Fragen stellt, dann ist diese Organisation nicht kompetent genug, um solchen Menschen zu helfen! Sorry…..
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