Kategorie-Archiv: Unfall

Tag des Fahrrads 154/366

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Tag des Fahrrads 154/366
verkehrsunfall gestern berlin
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3. Juni – Tag des Fahrrads

Es kommt mir noch so vor, als ob es gestern war …

Ich war ein Ganzjahresfahrer, fuhr also auch im Winter bei Minusgraden und Schnee (mit den richtigen Reifen kein Problem!), am Wochenende war auch mal gern eine 100km Tagestour drin.

Doch dann geschah es, der Tag, der mein Leben so radikal ändern sollte, wie kaum ein anderer Tag: Mein Verkehrsunfall …

Erinnerungen an meinen Unfall habe ich noch immer nicht, aber auf einem Fahrrad saß ich seitdem auch nicht mehr. Zunächst weil ich es nicht wollte, inzwischen weil meine Familie es nicht mehr möchte.
Mein Fahrrad, welches den Unfall unbeschadet überstanden hat, steht seitdem im Keller und rottet vor sich hin.

Heute am #tagdesfahrrads möchte ich daher auf den „Volksentscheid Fahrrad“ hinweisen, der sich für bessere Radfahrbedingungen und mehr Sicherheit stark macht.

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Berlin – Historische Krankenhausgebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wilhelm Griesinger Krankenhaus 04.10.2015

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Berlin – Historische Krankenhausgebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wilhelm Griesinger Krankenhaus 04.10.2015
marzahn krankenhaus
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Das Vivantes Klinikum Hellersdorf, Standort Brebacher Weg, ist eine medizinische Einrichtung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die zwischen 1890 und 1893 als Anstalt für Epileptische Wuhlgarten angelegt wurde und zunächst zur Behandlung von Epilepsiekranken diente. Zwischen 1968 und 1997 hieß die Einrichtung Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus. Das Gebäudeensemble steht seit dem 22. Juni 1989 unter Denkmalschutz.

Berlin – Historische Krankenhausgebäude der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Wilhelm Griesinger Krankenhaus 04.10.2015
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Das Vivantes Klinikum Hellersdorf, Standort Brebacher Weg, ist eine medizinische Einrichtung im Bezirk Marzahn-Hellersdorf, die zwischen 1890 und 1893 als Anstalt für Epileptische Wuhlgarten angelegt wurde und zunächst zur Behandlung von Epilepsiekranken diente. Zwischen 1968 und 1997 hieß die Einrichtung Wilhelm-Griesinger-Krankenhaus. Das Gebäudeensemble steht seit dem 22. Juni 1989 unter Denkmalschutz.

‚Komm, großer schwarzer Vogel‘ (1979) – Ludwig Hirsch +24.11.2011 –

A few nice unfall berlin heute images I found:

‚Komm, großer schwarzer Vogel‘ (1979) – Ludwig Hirsch +24.11.2011 –
unfall berlin heute
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Egal ob Musik, Theater oder Lesung, bei Hirsch ging es immer um die Geschichte, wie er einst erklärte:
"Ich kann nichts anderes als Geschichten erzählen, den Leuten Bilder malen, akustisches Kino zu bieten. Es wäre schrecklich, wenn ich mich auf anderes Terrain begeben würde. Ich hab’s hin und wieder versucht – und es hat absolut nicht funktioniert." @ verbale – kultur begeistert

26 Alben
Komm, grosser, schwarzer Vogel (1979) / [Vinyl-LP] Kundenrezensionen @ amazon.de
alle 26 Alben anzeigen @ amazon.de

Musik-Video-Versionen
Abschiedsakkorde am Zentralfriedhof 2012: Komm großer schw…. Vereinigung der Friedhofsänger. Veröffentlicht am 11.09.2012. Nachklang Abschiedsakkorde am Zentralfriedhof 2012

Kumm, großer schwarzer Vogel! – Come on, Great Blackbird {aka Le Grand Mort}! w tranlation v.04122011 by le6006 (KLP)
….. "Dieses Video ist in Deutschland leider nicht verfügbar, da es Musik von UMG enthalten könnte, über deren Verwendung wir uns mit der GEMA bisher nicht einigen konnten. – Das tut uns leid."
Rejection-Message by youtube.com. (20th May 2014)

Ich werde singen ….. Ludwig Hirsch von Zosterhahn am 27.11.2011

Komm grosser schwarzer Vogel In Memoriam

Ludwig Hirsch Hochgeladen von Mmicha001 am 24.11.2011

Komm, großer schwarzer Vogel (symphonisches Vinyl) @ myvideo.de

Komm, großer schwarzer Vogel (symphonisches Vinyl) @ myvideo.de von hjgraf

Ludwig Hirsch – Komm, großer schwarzer Vogel Musikvideo von brummbaerle1953 @ clipfish.de

Komm Grosser Schwarzer Vogel (Original) w Great Animation Movie Hochgeladen von ufleku am 24.11.2011 {symphonische Ur-Fassung, die wohl überspielt wurde von einem Schallplattenspieler … wiederkehrende Kratzgeräusche sind am Anfang drin}

Einige, interessante Kommentare dazu:
"komm großer schwarzer vogel, komm jetzt! schau, das fenster ist weit offen… und wenn wir ganz leise sind, hört uns die schwester nicht"…  selbstmord durch sturz aus spitalsfenster … nur die größten, schrieb rilke, präfigurieren und gestalten ihren eigenen tod… r.i.p. 70rimbaud

Ludwig Hirsch schrieb dieses Lied für einen Freund, der durch einen Unfall gelähmt wurde und sich im Krankenhaus das Leben nahm, dies erzählte er mal bei einem Interview :-(( mgmcgpm

@mgmcgpm Das stimmt nicht ganz. In den OÖN am 29.10.11 sagte Hirsch auf die Frage: Wissen Sie noch die Grundidee für "Komm großer, schwarzer Vogel?": Ich hatte eine Freundin, die mit anderen Freunden beim Heurigen war. Auf dem Heinweg hatte sie einen Unfall und war vom Kopf abwärts gelähmt. Sie lag im Spital, an Schläuchen angeschlossen und konnte sich nicht bewegen. Irgendwann ist es ihr zu viel geworden und sie hat versucht, sich mit dem Mund die Schläuche aus dem Leib zu ziehen…Teil 1 v.2 xtremekajaker

ich weinte, als mein Mann starb…. und als ich von Ludwig Hirschs Tod hörte. TheVenexiana

die tränen kullern auch wenn ich ihn persönlich nicht kannte. sein schicksal berührt mich so sehr. er hat mich seit meiner kindheit begleitet. ruhe in frieden ludwig ! du warst ein ganz großer wenn man sich das lied heute anhört…dann finde ich hört man es ganz anders als früher… SandyGreene

seit ich diese Lied gehört habe, möchte ich einmal mit dem ‚großen schwarzen Vogel‘ abtreten – wenns an der Zeit ist,.. Ludwig Hirsch (und viele andere auch) habens vorgemacht ,, Jokieler

Ein großartiger, einzigartiger Geschichtenerzähler. Danke georgpardeller

… le grand mort …. le6006

Komm grosser schwarzer Vogel "Live-Version" Hochgeladen von Ravenspower am 06.12.2007, 170.561 views

Komm, großer schwarzer Vogel LIVE Der hochehrwürdige Ludwig Hirsch live am Schloss Kobersdorf am 12.7.2011. Hochgeladen von ElsbethMurdelizer am 24.11.2011

Komm Großer Schwarzer Vogel (1993) Hochgeladen von The4Despe am 12.09.2011

Ludwig Hirsch +Nov,23 2011 R.I.P. Discussion in ‚Movies, music, TV‘ started by roni, Nov 25, 2011.
I’ve just learned, that yesterday the Austrian ‚Liedermacher‘ LUDWIG HIRSCH has died.
He was a depressive guy, kinda like the music-equivalent of Georg Trakl (the Austrian poet). I’ve listened to some of his songs during dark nights many-a-times, esp. in the late 90’s.
Amongst his most moving songs are ‚Komm großer schwarzer Vogel‘ (‚Come, big black bird‘), in which the inhabitant of an asylum prays for the big black bird to come and take him (=his life) away and ‚1928‘ about how Disney and Mickey Mouse killed decency in the sense, that if aliens would land here after an overkill and find only a movie from Disney left, they’d think, what a funny and glad race we’ve been. Then there’s ‚Die gottverdammte Pleite‘ (‚The goddamn bankrupt‘) about our children starting to turn against us and declare war because of what we’ve done to their world.

LYRICS
Komm grosser schwarzer Vogel, komm jetzt!
Schau, das Fenster ist weit offen,
schau, ich hab Dir Zucker auf’s Fensterbrett g’straht.
Komm grosser schwarzer Vogel, komm zu mir!
Spann‘ Deine weiten, sanften Fluegel aus
und leg s‘ auf meine Fieberaugen!
Bitte, hol mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf, mit in Himmel rein, in a neue Zeit, in a neue Welt,
und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ "das gibt’s net" schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren,
worum sich alles dreht.
Komm grosser schwarzer Vogel, hilf mir doch!
Press‘ Deinen feuchten, kalten Schnabel
auf meine wunde, auf meine heisse Stirn!
Komm grosser schwarzer Vogel,
jetzt waer’s grad guenstig!
Die anderen da im Zimmer schlafen fest
und wenn wir ganz leise sind,
hoert uns die Schwester nicht!
Bitte, hol mich weg von da!
Und dann fliegen wir rauf,
mit in Himmel rein,
in a neue Zeit, in a neue Welt,
und ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ "das gibt’s net" schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren,
worum sich alles dreht.
Ja, grosser schwarzer Vogel, endlich!
Ich hab‘ Dich gar nicht reinkommen g’hoert, wie lautlos Du fliegst, mein Gott, wie schoen Du bist!
Auf geht’s, grosser schwarzer Vogel, auf geht’s!
Baba, ihr meine Lieben daham!
Du, mein Maedel, und du, Mama, baba!
Bitte, vergesst’s mich nicht!
Auf geht’s, mitten in den Himmel eine,
nicht traurig sein, na, na, na,
ist kein Grund zum Traurigsein!
Weil ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ "das gibt’s net" schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren,
ich werd‘ gluecklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ "das gibt’s net" schrei’n,
weil ich werd‘ auf einmal kapieren,
ich werd‘ gluecklich sein!
Ich werd‘ singen, ich werd‘ lachen,
ich werd‘ endlich gluecklich sein!

Marmor, Stein und Eisen bricht (1984)

Wein doch nicht, wenn‘s regnen tut.
Tam, tam! Tam, tam!
Kreuzkruzifix, hast keine anderen Sorgen?
Tam, tam! Tam, tam!

Marmor, Stein und Eisen bricht,
ins Gras werden wir beißen,
ob’s uns schmeckt oder nicht.
Alles, alles geht vorbei,
durch die Pershing II.

Dass mir ja keiner sagt, das Ganze geht
mich nix an.
Tam, tam! Tam, tam!
Wenn’s bei de Piefke oben knallt,
san mir genauso dran.
Tam, tam!
Tam, tam!

Marmor, Stein und Eisen bricht,
ins Gras werden wir beißen,
ob’s uns schmeckt oder nicht.
Alles, alles geht vorbei,
durch die Pershing II.

Eia popaia, nix mehr raschelt im Stroh.
Tam, tam! Tam, tam!
Unser Kätzchen ist gestorben,
auch das Mäuschen ist tot.
Tam, tam! Tam, tam!

Marmor, Stein und Eisen bricht,
ins Gras werden wir beißen,
ob’s uns schmeckt oder nicht.
Alles, alles geht vorbei,
durch die Pershing II.
© edition karl scheibmaier wien

DIE OMAMA – Ludwig Hirsch – Konzerthaus Wien, 9. April 2010

Die Omama mit Mutterkreuz * und Verbrecherbild
* Mutterkreuz = Cross of Honour of the German Mother [Nazi term]

Interview mit Ludwig Hirsch anlässlich der Buchpräsentation "Ich weiß es nicht wohin die Engel fliegen" am 20.09.2010 in der Hauptbücherei.

Ludwig Hirsch sprach mit den SN über sein neu erschienenes Gesamtwerk und verriet auch, das er in Kürze ganz was anders machen will. Hochgeladen von SNVideoreporter am 31.08.2011

LYRICS
regnen tut’s, die Fuesse tun mir schon weh.
Der Pfarrer sagt, sie war ein so herzensguter Mensch,
und trotzdem faellt mir’s Weinen heut‘ so schwer.
Die Omama, die Oma ist nicht mehr.
Wie ich klein war, hat’s mir einegstopft die Knoedln,
hat’s glauert mit dem Pracker in der Hand;
hat’s mir auch umdraht schon den Magen,
es war ihr wurscht, sie hat mi gschlagen,
so lang, dass i schon angfangt hab zum Beten:
Lieb Jesukind, lass d’Oma doch verrecken.
Die sieben Raben, es wars nur sechs,
die gute Fee, es war a Hex,
der boese Wolf, ein kleiner Dackel,
der Maerchenprinz, ein schiacher Lackel.
In Stammersdorf hat s‘ ghabt die kleine Wohnung
mit Spitzendeckerln und ein Hitlerbild,
a Glasl Grammelschmalz am Fensterbrett,
den Nachtscherbn unterm Doppelbett,
so weiss, so dick, so rund und immer voll.
Vielleicht haett ma’n in’s Grab dazulegn solln ?
Einmal hab ich s‘ gfragt: "Wo ist der Opa?"
"Im Himmel auf an Wolkerl spielt er Geign."
Fuer Fuehrer, Volk und Vaterland
erschossen, aughaengt und verbrannt,
auch das hat sie dem Adolf stets verziehn.
Er hat ihr ja das Mutterkreuz verliehn.
Die sieben Raben …
In letzter Zeit da war’s schon bisserl komisch.
Das Grammelschmalz is gstanden unterm Bett, die Spitzendeckerl hat s‘ verbrannt,
den Hitler hat s‘ an Puelcher gnannt,
den Nachtscherbn hat s‘ plaziert am Fensterbrett.
Ganz Stammersdorf hat ueber sie schon gredt.
Am Muttertag da habn wir s‘ gfuehrt in Prater, die Alte war auf einmal wieder jung.
Beim Go-Cart-Fahrn hat s‘ gjodelt,
ein paar Langos hat s‘ verdruckt,
nur beim Sturmboot fahrn, da geschah ein Missgeschick:
Da is s‘ an ihre falschen Zaehn derstickt.
Die sieben Raben …
Oma, pfueadigott, mach’s drueben besser,
mach keine Knoedeln fuer die Engerln, sei so gut!
Tu nicht die Heiligen sekkiern, tu nicht den Opa denunziern;
und gehst zum Herrgott auf Besuch – ein guter Tip:
Omama, nimm’s Mutterkreuz net mit!

… und kaum sind diese Nachkriegs-Omamas ‚an ihre falsche Zaehn derstickt‘, kommt auch schon den von ihnen Enterbten der ‚große schwarze Vogel‘ …

COVER-Version:
Die Omama – Alter Mann, Text und Musik: Ludwig Hirsch, Interpret: Franz Olisar (Alter Mann)

Sein Manager Scheibmaier erinnert sich: "Mein Freund Ludwig Hirsch" 26. November 2011
Karl Scheibmaier war einer der Letzten, die mit Ludwig Hirsch sprachen.
Erst durch den schrecklichen Sturz aus dem Fenster erfuhr die Öffentlichkeit am vergangenen Donnerstag von Ludwig Hirschs Aufenthalt im Wiener Wilhelminenspital. Der populäre Liedermacher (Dunkelgraue Lieder) und Schauspieler war mit einer Lungenerkrankung – er rauchte viel; dem Vernehmen nach war es Lungenkrebs – eingeliefert worden.
Zwar sollte er schon am Freitag wieder herauskommen, doch war die Rede von einer notwendigen Lungen-Operation im Dezember samt anschließender mehrwöchiger Reha.
Dieser Prozedur entzog sich Ludwig Hirsch durch Selbstmord: Nachdem er am Vorabend noch mit seinem Manager Karl Scheibmaier telefoniert und sich – gleichfalls telefonisch – von seiner geliebten Ehefrau, der Schauspielerin Cornelia Köndgen, verabschiedet hatte, sprang er gegen 7 Uhr morgens aus dem zweiten Stock des Spital-Pavillons.
Ludwig Hirsch, 1946 im steirischen Hartberg als Arztsohn geboren, war ein Pionier des „Crossover“. Den talentierten Schauspieler, der Proben seines Könnens am Hamburger Thalia Theater, in der Josefstadt und am Volkstheater gab, zog es aber schon bald aufs Liedermacher-Podest. 1978 feierte er mit dem Album Dunkelgraue Lieder den Durchbruch. In Songs wie Komm großer schwarzer Vogel setzte er sich schon früh mit dem Tod auseinander.
ÖSTERREICH: Heftige Zäsuren gab es aber trotzdem in seinem Leben, in seiner Karriere …
Scheibmaier: Das stimmt: Einmal musste er tatsächlich eine Volkstheater-­Premiere aus gesundheitlichen Gründen absagen. Und ein anderes Mal kam er ins Spital (Anm.: 2007, Krankenhaus Neunkirchen), weil er zu viele Schlaftabletten geschluckt hatte … Er hatte davor an Schlaflosigkeit gelitten.

Der österreichische Liedermacher Ludwig Hirsch ist tot. Über die Todesursache wird gerätselt. B.Z. 24. November 2011
Die Todesnachricht löste in der Wiener Kulturszene einen Schock aus. Freunde und Bewunderer des Künstlers zeigten sich tief betroffen. „Es ist jemand gegangen, der einer der größten Künstlerpersönlichkeiten dieses Landes war“, sagte sein Manager der dpa. „Diese Lieder, diese Poesie, waren ergreifend und die Stimmung bei seinen Konzerten nicht zu beschreiben.“
Kulturministerin Claudia Schmied schrieb in einer Mitteilung, Österreich verliere „eine wichtige Stimme der Gegenkultur“. Hirsch sei Teil der österreichischen Seele. Weiter heißt es in der Mitteilung: „Er entlarvte diese Welt als Scheinwelt und trotzte allen Anpassungsbestrebungen“.

Ehrengrab für Ludwig Hirsch am Zentralfriedhof
Ludwig Hirsch steht in einer Reihe mit Falco und Peter Alexander – Er war einer der ganz Großen – Jetzt soll auch Hirsch ein Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof bekommen.
Der Sänger, der am Donnerstag Selbstmord begangen hat, soll ein Ehrengrab erhalten. 351 Ehrengräber gibt es am Wiener Zentralfriedhof (Stand: 2003).
In den Morgenstunden von Mittwoch auf Donnerstag nahm sich Hirsch im Wilhelminenspital das Leben. Er wurde dort wegen einer Lungenentzündung behandelt.

Trauerfeier am 7. Dezember 2011
Die Trauergäste werden ab 14.00 Uhr eingelassen, um 15.00 Uhr beginnen die Feierlichkeiten. Die Beisetzung der Urne erfolge zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis am Friedhof Gersthof, gab die Bestattung Wien am Dienstag in einer Aussendung bekannt. Die Trauernden können am kommenden Mittwoch nicht nur persönlich von Hirsch Abschied nehmen, sondern sich auch in ein Kondolenzbuch eintragen. Dieses wird zwischen 9.00 und 13.00 Uhr in der Halle 2 am Zentralfriedhof aufliegen. Um 15.00 Uhr startet die Trauerfeier.
Den Nachruf werden Vertreter aus Kunst und Kultur halten, kündigte die Bestattung Wien an. Die Beisetzung findet zu einem späteren Zeitpunkt auf dem Friedhof Gersthof statt.
Der Verstorbene bekommt ein ehrenhalber gewidmetes Grab.

——–
Mondkinder – Ludwig Hirsch
gesungen von Susanne Pointinger (Suzy Q). am Piano: meine Mama 🙂 Geräusche: hausgemacht 🙂 Homerecording
Mondkinder Lyrics von Ludwig Hirsch
Wenn der leichenbleiche Mond ins Zimmer einestiert, und das alte Fensterkreuz sein Schatten auf mich wirft, dann weiß ich, sie warten auf mich.
Die Mondkinder warten auf mich,
unten am See.
Die beiden Buben, die zammg’wachsen sind, die hinkende Marie, der große Mann, der immer weint, das fremde stumme Kind, sie feiern heut Nacht ihr Fest.
Sie feiern das Mondkinderfest, unten am See.
Du stille heilige, du räudige, große schöne Nacht!
Du alles wissende, du beschützende,
himmelhohe, abgrundtiefe Nacht!
Spann deine Flügel aus, die schwarzen Flügel aus, und trag mich in a Welt, die’s gar ned gibt, trag mi obe zum See.
Die beiden Buben, die zsammg’wachsen sind, spielen vierhändig Klavier.
Der große Mann, der immer weint, kann Tränen jonglieren.
Die Marie tanzt auf dem Tisch mit einem Bein.
Das stumme Kind serviert uns Glühwürmchen-Wein unten am See.
Wenn sich der leichenbleiche Mond nach Afrika verzieht und die Schatten rundherum, das Schwarz langsam verliern, dann werden bald die Hähne kräh’n, und die Mondkinder kriechen ganz schnell zurück in den See, zurück in den See.

20th May 2014: 5389 views

Privatstraße / 55-59 Coesfeldweg „Der Tag als Jürgen W. Möllemann in den Tod sprang“ 3SAT-DOKU über die FDP
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DOKU FDP Der Tag als Jürgen W. Möllemann in den Tod sprang
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Jürgen Wilhelm Möllemann (* 15. Juli 1945 in Augsburg; † 5. Juni 2003 in Marl-Loemühle) war ein deutscher Politiker (FDP). Unter Bundeskanzler Helmut Kohl war er von 1987 bis 1991 Bundesminister für Bildung, von 1991 bis 1993 Bundesminister für Wirtschaft und ab Mai 1992 zudem Vizekanzler. Im Januar 1993 schied er im Zuge der Briefbogen-Affäre aus der Bundesregierung aus. Nach einem Comeback in Nordrhein-Westfalen 2000 geriet er durch einige Interviewaussagen, ein nicht von der FDP autorisiertes Wahlkampf-Flugblatt und irreguläre Finanzpraktiken erneut in die Kritik, verlor seine Parteiämter und sah einem Strafverfahren entgegen. Möllemann starb 2003 bei einem Fallschirmsprung.
Ausbildung und Beruf
Jürgen Möllemann wuchs am linken unteren Niederrhein in Appeldorn, heute ein Ortsteil von Kalkar, auf. Er war Schüler am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium (Kleve), wechselte dann aber zum Amplonius-Gymnasium in Rheinberg. Nach dem Abitur 1965 leistete er seinen Wehrdienst als Reserveoffizieranwärter im Fallschirmjägerbataillon 263 in Zweibrücken und Bad Bergzabern ab, nach mehreren Wehrübungen wurde er zum Oberleutnant der Reserve befördert. Ab 1966 studierte er an der Pädagogischen Hochschule (PH) in Münster Deutsch, Geschichte und Sport und schloss das Studium 1969 mit dem ersten und 1971 mit dem zweiten Staatsexamen für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen ab. 1978 war er für den Flick-Konzern tätig. Ab 1993 war Möllemann Inhaber der Firma WEB/TEC – Wirtschafts- und Exportberatung.
Familie und Sport
Möllemann war in zweiter Ehe verheiratet mit Carola Möllemann-Appelhoff (*1949). Sie war von 1979 bis 1994 FDP-Ratsmitglied in Münster und führt seit 1999 die Münsteraner FDP-Ratsfraktion. Aus dieser Ehe gingen zwei Töchter hervor; aus erster Ehe hatte Möllemann eine weitere Tochter.
Ab 1989 war er Mitglied des Verwaltungsrates des Fußballklubs FC Schalke 04, der 1994 nach einer Satzungsänderung in Aufsichtsrat umbenannt wurde. Von 1993 bis 1995 und von 1998 bis 2001 war er Vorsitzender dieses Gremiums.

AFFÄREN
Briefbogenaffäre
Die politische Karriere Möllemanns war von Höhepunkten und schweren Niederlagen gekennzeichnet. Möllemann verstand es, Themen zu positionieren, zu polarisieren, die Medien für sich zu nutzen und die Menschen zu begeistern, aber auch abzustoßen.
Neben zahlreichen Erfolgen und Anerkennungen, beispielsweise als Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, gab es einige politische Skandale. Vom Amt des Bundesministers für Wirtschaft musste er im Januar 1993 zurücktreten, da er dessen offizielles Briefpapier verwendet hatte, um in einem Brief für die Geschäftsidee eines Vetters seiner Ehefrau zu werben. Dies wurde als Briefbogen-Affäre bekannt.
Erzwungener Rücktritt und Comeback
1994 sprach Möllemann von einem Comeback als Minister, worauf Kinkel öffentlich nicht reagierte. Jedoch trat im Oktober des Jahres der komplette NRW-Landesvorstand der FDP zurück, um auch den Vorsitzenden Möllemann zum Rücktritt zu zwingen.
Bereits zwei Jahre später war er wieder im Amt des NRW-Landesvorsitzenden und führte die Landespartei im Wahlkampf 2000 zu einem ungewöhnlichen Erfolg: Die FDP, die fünf Jahre nicht im Düsseldorfer Landtag vertreten war, wurde dank seiner Wahlkampfstrategie mit 9,8 Prozent Stimmenanteil in den Landtag NRW zurückgewählt. Möllemann war gemeinsam mit dem früheren FDP-Bundesgeschäftsführer Fritz Goergen Initiator der Strategie 18, die von der Bundespartei im Mai 2001 angenommen wurde.
Die Ortsvorsitzende der FDP Berlin-Dahlem, Susanne Thaler, erklärte auf einer Demonstration im Juni 2002 ihren Austritt aus der Partei und warf Möllemann einen „tief verinnerlichten Nazirassismus“ vor. Es klinge „weit hergeholt“, aber ihr wüchsen „mittlerweile auch Zweifel, ob das Ziel ‚18 Prozent‘ nicht mit tieferem Sinn gewählt“ worden sei. Die 18 stehe unter Neonazis für die Initialen Adolf Hitlers, also für „A“ als den ersten und „H“ als den achten Buchstaben des lateinischen Alphabets.

Die Möllemann-Affäre 2002/2003
Möllemann war von 1981 bis 1991 sowie 1993 und erneut seit 1995 Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft. In dieser Eigenschaft äußerte er sich öfter zum Nahostkonflikt zwischen Israel und Palästina.
Im Frühjahr 2002 übte Möllemann scharfe Kritik am Vorgehen Israels gegenüber den Palästinensern und äußerte Verständnis für Selbstmordattentate, die er als Form des Widerstands gegen eine völkerrechtswidrige Besetzung legitimierte. Damit stellte er sich hinter Jamal Karsli, der damals Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen war. Karsli hatte von einem „Vernichtungskrieg“ des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon gegen die Palästinenser, von „Nazi-Methoden“ Israels und von einer „zionistischen Lobby“ in Deutschland gesprochen, die eine kritische Diskussion über Israels Politik verhindere.[5] Nachdem der Bundesvorstand der Grünen sich von diesen Aussagen distanziert hatte, trat Karsli aus der Partei aus. Er wurde auf Initiative Möllemanns in die FDP-Fraktion Nordrhein-Westfalens aufgenommen.

Dagegen protestierten der Zentralrat der Juden in Deutschland (ZdJ) und einige prominente FDP-Mitglieder wie Hildegard Hamm-Brücher, die Karslis Wortwahl tendenziell als antisemitisch bewerteten.[6] Auf entsprechende Kritik von Michel Friedman, dem damaligen ZdJ-Vizepräsidenten, reagierte Möllemann am 16. Mai 2002 im heute journal wie folgt:

„Wer Ariel Scharon kritisiert, wird von bestimmten Leuten in Deutschland in die Ecke des Antisemitismus gestellt. Das verbitte ich mir auf das Schärfste. Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland gibt, leider, die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art. Überheblich. Das geht so nicht, man muss in Deutschland Kritik an der Politik Scharons üben dürfen, ohne in diese Ecke geschoben zu werden.“[7]

ZdJ-Präsident Paul Spiegel warf Möllemann daraufhin vor, er bestätige damit „jahrhundertealte antisemitische Klischees“, und zwar „die Ansicht von Antisemiten, dass Juden, durch ihre bloße Existenz oder Äußerungen selbst für den Antisemitismus verantwortlich sind“.[8] Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte die FDP dazu auf, sich von den Angriffen Möllemanns gegen die israelische Regierung zu distanzieren. Auch weitere Politiker von SPD und Grünen kritisierten Möllemanns Aussagen.[9] Am 31. Mai bedauerte der FDP-Bundesvorstand in einer Berliner Erklärung, „dass durch Äußerungen von Jürgen W. Möllemann Anlass für Missverständnisse entstanden ist“, und wies den „Vorwurf des Antisemitismus gegen die FDP als ganzes oder gegen einzelne Führungsmitglieder der FDP“ als „ehrverletzend und unberechtigt“ zurück.[10] Nach weiteren Antisemitismus-Vorwürfen gegen Karsli forderte der FDP-Bundesvorsitzende Guido Westerwelle Möllemann ultimativ auf, Karslis Mitgliedschaft in der FDP-Fraktion zu beenden.[11]

Am 6. Juni 2002 gab Möllemann im Düsseldorfer Landtag den Austritt Karslis aus der FDP-Landtagsfraktion bekannt und erklärte: „Sollte ich die Empfindungen jüdischer Menschen verletzt haben, möchte ich mich entschuldigen.“[12] Daraufhin solidarisierte sich Westerwelle demonstrativ mit Möllemann. Kurz danach nahm dieser jedoch Friedman ausdrücklich von seiner Entschuldigung aus.[13]

Am 17. September 2002, fünf Tage vor der anstehenden Bundestagswahl, ließ Möllemann ohne Rücksprache mit dem Parteivorstand ein Faltblatt in einer Auflage von über acht Millionen Stück drucken und an alle Haushalte in Nordrhein-Westfalen verteilen. Unter der Überschrift „Klartext“ stellte es Ariel Scharon und Michel Friedman mit Portraitfotos dar und griff sie im Begleittext an.[14] Diese Aktion Möllemanns und die Aussagen des Faltblatts wurden von Vertretern aller im Bundestag vertretenen Parteien abgelehnt.[15] Auch die meisten FDP-Landesverbände distanzierten sich von seinem Flugblatt und betonten, dieses sei kein offizielles Werbematerial der Partei gewesen.

Das schwache Wahlergebnis der FDP (7,4 Prozent) lastete der FDP-Bundesvorstand Möllemann an und forderte ihn noch am Wahlabend zum Rücktritt vom stellvertretenden Parteivorsitz auf. Am Folgetag trat er mit der Begründung zurück, er wolle der FDP eine „Zerreißprobe“ ersparen. Einen für den 10. Oktober 2002 angesetzten Sonderparteitag seines Landesverbandes, der auch die Finanzierung seines Faltblatts behandeln sollte, ließ er mit der Begründung verschieben, er habe einen Schwächeanfall erlitten. Der FDP-Bundesvorstand beauftragte Günther Rexrodt, die Finanzierung zu prüfen; dieser fand Anhaltspunkte für strafrechtlich relevante Verstöße Möllemanns gegen das Parteiengesetz. Daraufhin rückte auch der NRW-Landesverband von ihm ab und wollte ihn zur „Aufgabe aller politischen Ämter“ auffordern. Dem kam Möllemann zuvor, indem er am 20. Oktober 2002 seinen Rücktritt vom Vorsitz der Landespartei und Landtagsfraktion erklärte.[16]

Bekannt geworden war bis dahin, dass Möllemann am 12. September der Post 838.000 Euro für die Postwurfsendung des Faltblatts von einem Konto seiner Firma Webtec aus überwiesen hatte. Dann aber hatte er die Post gebeten, das Geld zurück zu überweisen und später von einem anderen Konto abzubuchen. Am 20. September hatte er ein Sonderkonto des FDP-Landesverbands eingerichtet, auf dem bis zum 11. Oktober 145 Einzelspenden zwischen 1000 und 8000 Euro, insgesamt 840.000 Euro, eingegangen waren. Die kurzfristige Neueröffnung und nachträglichen Spendeneingänge erregten den Verdacht einer Straftat: Das Zerlegen von Spenden in Teilbeträge und deren Verbuchung, um die Herkunft zu verschleiern, war seit Juli 2002 mit bis zu drei Jahren Gefängnis strafbar. Der FDP-Bundesvorstand stellte Möllemann, der sich auf Gran Canaria aufhielt, ein Ultimatum, die Herkunft der Spenden zu nennen. Nachdem der Vorstand rechtliche Schritte eingeleitet hatte, um diese Auskunft zu erzwingen, teilte Möllemann am 20. November mit, er habe Druck und Vertriebskosten des Faltblatts in Höhe von 980.000 Euro aus eigenen Mitteln bezahlt und die Summen dafür gestückelt, um nicht als Großspender in Erscheinung zu treten.[17]

Weitere Prüfungen Rexrodts vom 28. Oktober bis 27. November 2002 ergaben, dass der Landesverband NRW unter Möllemann die Herkunft weiterer erheblicher Summen über Jahre hinweg mittels Schwarzkonten, gefälschten Quittungen, Dankesschreiben und fehlerhaften Rechenschaftsberichten verschleiert hatte. Seit November 2002 ermittelten zudem mehrere Staatsanwaltschaften gegen „Unbekannt“ wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Parteiengesetz, Untreue und Betrug. Dies nahm der FDP-Bundesvorstand zum Anlass, Möllemann zum Austritt aus der FDP aufzufordern, stellte ihm ein Ultimatum dafür bis 2. Dezember 2002 und drohte ihm andernfalls ein Parteiausschlussverfahren an. Westerwelle warf ihm vor, er habe die FDP in eine rechtspopulistische Partei verwandeln wollen. Daraufhin drohte Möllemann in einem Interview mit der Neugründung einer Partei, die den „Tod der FDP“ bedeuten würde. Er ließ das Ultimatum verstreichen und meldete sich vor zwei Anhörungen des Bundesvorstands kurzfristig krank. Ein Antrag vom 4. Februar 2003 in der NRW-FDP, ihn aus dem Landesverband auszuschließen, erhielt keine Mehrheit. Eine Rückgabe seines Bundestagsmandats kündigte er am 8. Februar an, reichte sie aber nicht offiziell ein. Am 11. Februar beschloss die Bundestagsfraktion der FDP mit 39 von 45 Stimmen, ihn auszuschließen. Im März erschien Möllemanns Buch „Klartext“, das Westerwelle und andere FDP-Prominente als Selbstdarsteller und Karrieristen darstellte. Am 17. März trat er von sich aus aus der Partei aus, behielt aber entgegen mehrfacher Ankündigung sein Bundestagsmandat. Damit verlor er die restlichen Sympathien in der FDP.

Tod
Am 5. Juni 2003 vormittags hob der Bundestag Möllemanns Immunität wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung sowie des Verstoßes gegen das Parteiengesetz auf. Daraufhin durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft im Rahmen von Ermittlungen gegen ihn Liegenschaften und Geschäftsräume in verschiedenen Bundesländern, darunter auch sein Privathaus.
Möllemann war ein leidenschaftlicher Fallschirmspringer und hatte seine Absprünge häufig auch für Wahlkampfauftritte in Szene gesetzt. Weniger als 30 Minuten nach Aufhebung seiner Immunität sprang er bei Marl-Loemühle mit dem Fallschirm ab und öffnete nach der Freifallphase den Hauptschirm, trennte diesen dann aber ab. Den Reserveschirm öffnete er nicht, was zum ungebremsten Aufschlag auf einem Feld nahe dem Flugplatz Marl-Loemühle führte. Er starb an den schweren Aufprallverletzungen. Wie spätere Untersuchungen ergaben, war der mitgeführte Öffnungsautomat, der den Reservefallschirm automatisch ausgelöst hätte, nicht eingeschaltet gewesen.
Die mit Möllemann in derselben Absetzmaschine gestarteten Springer bezeugten: Sie hätten ihn gefragt, ob er sich an einer Freifallformation, einem so genannten „Sechser-Stern“, beteiligen würde. Er habe erklärt, er wolle einen „Einzelstern“ (scherzhaft für Solosprung) springen. An der sonst üblichen gegenseitigen Kontrolle des Öffnungsautomaten habe er sich nicht beteiligt, weil er ein Glas Wasser holen wollte.[19] Die Ermittlungen im Strafverfahren gegen ihn wurden eingestellt. Er wurde auf dem Zentralfriedhof im westfälischen Münster bestattet.
Möllemanns Tod wurde von der Staatsanwaltschaft Essen untersucht. Aussagen einiger seiner Freunde führten zu Spekulationen, er sei möglicherweise ermordet worden. 2007 veröffentlichte die Staatsanwaltschaft private Filmaufnahmen eines Fallschirmspringers, die Möllemanns letzten Sprung zeigten. Ihr am 9. Juli 2007 vorgelegter Abschlussbericht schloss Fremdverschulden als Todesursache aus. Es konnte aber nicht abschließend geklärt werden, ob es sich um einen Unfall oder um Suizid gehandelt hatte.
Möllemann hatte seinem Parteifreund Wolfgang Kubicki im April 2003 einen Brief übergeben, den Kubicki nur öffnen sollte, „falls ihm etwas passiert sei“. Nach Kubickis Angaben enthielt der Brief keine Angaben zu den Motiven des Todessprungs.

Nachwirkungen
Im Juli 2009 hat der Präsident des Deutschen Bundestages gegen die FDP Sanktionen und Rückzahlungsverpflichtungen wegen Verstößen gegen das Parteiengesetz, die im Landesverband der FDP durch Möllemann begangen worden waren, in Höhe von insgesamt 3.463.148,79 Euro festgesetzt; hierin berücksichtigt waren bereits 873.500 Euro, die die FDP schon im Jahr 2002 vorsorglich bei der Bundestagsverwaltung hinterlegt hatte.[23] Nachdem die FDP gegen den Strafbescheid Klage erhoben hatte, bestätigte die Zweite Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts diese Entscheidung am 8. Dezember 2009. Die von der FDP beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg angestrebte Revision des Urteils scheiterte im November 2011.[25] Ende April 2013 entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig über die Fälligkeit von mindestens zwei Millionen Euro. Über den Rest (ca. 1,4 Millionen Euro) wurde die Angelegenheit mangels ausreichender Tatsachenfeststellungen an das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg zurückverwiesen.
Medienberichte brachten Möllemanns Firma WebTec mit Waffengeschäften im arabischen Raum in Verbindung. Anfang April 2004 berichtete die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf einen internen Aktenvermerk des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen, dass das Unternehmen vorwiegend Geschäfte mit Briefkastenfirmen in Liechtenstein und Monaco gemacht habe.
Im Dezember 2004 wurde ein Insolvenzverfahren über seinen Nachlass eröffnet, das erst im Jahre 2008 mit offenen Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 3 Millionen Euro abgeschlossen wurde. Durch die Steuerschulden aufgrund nicht ordentlich gemeldeter Parteispenden gilt das Finanzamt als Hauptgläubiger.
Ehrungen
1990: Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland
Werke
Klartext. Für Deutschland, C. Bertelsmann Verlag, München, 2003, ISBN 3-570-00755-3.
Literatur
Peter Lösche: Wovon leben die Parteien? Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1984, ISBN 3-596-24262-2
Reimar Oltmanns: Möllemänner oder Die opportunistischen Liberalen. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main, 1988, ISBN 3-8218-1122-6
Christoph Greiner: Der Mensch und Politiker Jürgen W. Möllemann. Eine wissenschaftliche Analyse. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2010. ISBN 978-3-8382-0052-1

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Zitate von und über Jürgen Möllemann
"Riesenstaatsmann Mümmelmann" (Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß im Januar 1983 in einem SPIEGEL-Interview über Möllemann, damals Staatsminister im Auswärtigen Amt)
"Du intrigantes Schwein."
(Die FDP-Politikerin Irmgard Schwaetzer im April 1992 im parteiinternen Machtkampf um den Außenminister-Posten an die Adresse Möllemanns)
"Quartalsirrer."
(Der FDP-Politiker Hermann Otto Solms über Möllemann)
"Jürgen Möllemann ist ein ‚political animal‘ im umfassendsten Sinne des Wortes. (…) Sein größter Gegner allerdings ist er selbst."
(Der ehemalige FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher 1997 zum 25-jährigen Bundestagsjubiläum Möllemanns)
"Ich war 18 Jahre lang Diener des Kurfürsten Hans-Dietrich Genscher. Der war damals schon 20 Jahre älter. Heute bin ich Diener bei Kurfürst Guido, der immer noch 16 Jahre jünger ist als ich. Anscheinend bin ich irgendwie der geborene Diener."
(Möllemann im Mai 2002 am Rande des Bundesparteitags in Mannheim)
"Ich fürchte, dass kaum jemand den Antisemiten, die es in Deutschland gibt, leider, die wir bekämpfen müssen, mehr Zulauf verschafft hat als Herr Scharon und in Deutschland ein Herr Friedman mit seiner intoleranten und gehässigen Art – überheblich. Das geht so nicht, man muss in Deutschland Kritik an der Politik Scharons üben dürfen, ohne in diese Ecke geschoben zu werden."
(Möllemann am 16. Mai 2002 im ZDF)
"Wo ist die FDP-Führung eigentlich hingekommen, dass sie einem stellvertretenden Vorsitzenden, der solches Gedankengut verbreitet, nicht öffentlich widerspricht oder sich gar von ihm trennt. Die rechten Bemerkungen von Möllemann (…) bewegen sich auf dem Niveau der Republikaner und der NPD."
(Der stellvertretende Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Michel Friedman, am 23. Mai 2002 im Hamburger Magazin "Stern")
"Die Debatte der letzten Wochen hat uns weiß Gott nicht genützt."
(Westerwelle am 22. September 2002 zum Ergebnis der Bundestagswahl)
"Ich weiß, dass manche bei meinen Sprüngen nur so lange geklatscht haben, wie der Fallschirm noch zu war."
(Möllemann am 24. September 2002 einen Tag nach seinem Rücktritt als stellvertretender FDP-Bundesvorsitzender)
"Er hat schwere strategische Fehler gemacht und sich nicht getraut, Führung zu zeigen, Themen zu setzen und die dazu passenden Figuren nach vorn zu schieben… Westerwelle ist einfach zu dünn."
(Möllemann laut "Stern" über Westerwelle. Möllemann bestreitet die Richtigkeit des Zitats.)
"Man fragt sich manchmal: Ist der Mann bei all seiner Begabung, bei all seinem politischen Geschick, ist der normal ?"
(Der FDP-Ehrenvorsitzende Otto Graf Lambsdorff über Möllemann am 25. September 2002)
"Auch dem Bundesschatzmeister dürfte klar sein, dass nicht alles erlaubt ist, was dem Ziel dienen soll, dem Ansehen von Jürgen Möllemann zu schaden."
(Möllemann am 18. Oktober zur Erklärung von FDP-Schatzmeister Günter Rexrodt über ein Spendensonderkonto Möllemanns)
"Wie ich zu einer so falschen Einschätzung der FDP kommen konnte, dass ich eine solche Jagd auf einen aus den eigenen Reihen für ausgeschlossen hielt, darüber will ich erst nachdenken, wenn mich das nicht mehr buchstäblich mitten ins Herz trifft."
(Der an Herzrhythmusstörungen erkrankte Möllemann am 20. Oktober 2002 in seiner Erklärung zum Rücktritt als FDP-Landes- und Fraktionschef in NRW)
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Mozart – Variationen uber „Ah, vous dirai-je Maman“ KV265, Schubert – Allegretto C-moll, Impromptu op.90 & op.142, Schumann – Kinderszenen op.15, Aus Phantasiestucke op.12, Des Abends, Aufschwung, Warum? – Robert-Alexander Bohnke Piano, Delahay DRK 12501,
unfall berlin heute
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In Memoriam Neue Musik Zeitung:

Kreativ, intellektuell, virtuos und charismatisch:

Zum Tod des Pianisten Robert-Alexander Bohnke ·

Robert-Alexander Bohnke (rechts) mit Stefan Askenase, Hotel Oberkirch, Freiburg i. Br. in den 80er-Jahren. Foto:privat

Am 17. Oktober 2004 verstarb im Alter von 77 Jahren Robert-Alexander Bohnke – Pianist, Komponist, Hochschulprofessor und Pädagoge. Ein Herzversagen ereilte ihn, während er im Arbeitszimmer seines Tübinger Hauses mit einem Schüler telefonierte. Eine große Trauergemeinde – darunter Walter Jens – versammelte sich am 22. Oktober in der Tübinger Martinskirche, um Abschied zu nehmen. Vielen stand der Schmerz über den plötzlichen Verlust dieses so besonderen und liebenswürdigen Menschen und Künstlers im Gesicht geschrieben. „Es fällt schwer zu glauben, dass Robi wirklich tot ist“, schreibt Joachim Kaiser in seinem Nachruf vom 9. November in der Süddeutschen Zeitung.

Ausgabe:
2/05 – 54. Jahrgang

Es gibt eine Stelle im 3. Satz des Rachmaninoff- Klavierkonzertes Nr. 3 d-Moll – das war seine Lieblingsstelle. „So möchte ich leben…“, kommentierte er, wenn er das Konzert auf CD in der Interpretation des von ihm hochverehrten Vladimir Horowitz anhörte. Und so lebte er – der über seinen Lehrer Vladimir von Horbowski Enkelschüler von Rachmaninoff und Busoni war – ein rastloses Künstlerleben, in „exorbitanter“ Fülle und Intensität, gleichsam wie eine Kerze, die an beiden Enden brennt. „Wer andere entzünden will, muss selber brennen“. Dieser Satz von Augustinus konnte gewiss auf ihn bezogen werden; kaum jemand konnte sich seinem Charme entziehen. Noch bis kurz vor seinem Tod trat er als Pianist auf, war erst wenige Wochen vorher von seiner letzten Japantournee zurückgekehrt und plante weitere Konzerte in Russland und dem fernen Osten.

Anlässlich seines 75. Geburtstages gab er im Festsaal der Tübinger Universität einen Klavierabend, der vom Südwestfunk mitgeschnitten wurde. Er interpretierte unter anderen die b-moll Sonate von Chopin, die Wanderer- Fantasie von Schubert und Kompositionen seines Vaters Emil Bohnke souverän, mit virtuoser Vehemenz und erstaunlicher Frische.
Sein Elternhaus

Robert -Alexander Bohnke wurde am 21. März 1927 als jüngstes Kind des Komponisten, Dirigenten und Bratschisten Emil Bohnke und der Geigerin Lilli Bohnke, geborene von Mendelssohn, in Berlin geboren. 1928 verlor er beide Eltern durch einen tragischen Unfall; sie waren auf der Suche nach einem Sommerquartier bei Pasewalk in Pommern mit dem Auto tödlich verunglückt. In den folgenden Jahren wuchsen Robert-Alexander Bohnke und seine beiden älteren Geschwister bei seinen Großeltern Marie und Franz von Mendelssohn in Berlin auf. Der Großvater – ein direkter Nachfahre des Philosophen Moses Mendelssohn, der wiederum der Großvater von Felix Mendelssohn Bartholdy war – war Bankier und Präsident der Berliner Handelskammer. Der kleine Robert-Alexander, genannt Robi, wurde von seinen Großeltern auf „nahezu absurde Weise“ verwöhnt, denn sie wollten ihn über den Verlust seiner Eltern hinwegtrösten. Im Hause Mendelssohn, einer Villa in Berlin-Grunewald, wurde viel musiziert. Robert-Alexander Bohnke schreibt im Piano-Jahrbuch (Band 3, 1983): „Mein Großvater […] spielte möglichst jeden Abend Geige, in früheren Jahren […] sehr oft Streichquartett mit Joseph Joachim, der einer der musikalischen Hausgötter unserer Familie war, später Quartette, Trios und Duos mit Artur Schnabel (dessen Frau, die Sängerin Therese Behr, meine Patentante war), mit meinem Patenonkel Carl Flesch (der, wie auch Georg Kulenkampff Freund und Geigenlehrer meiner Mutter gewesen war), mit Edwin Fischer (der mit meiner Tante Eleonora von Mendelssohn verheiratet war) und auch mit einigen Dilettanten, wie zum Beispiel Albert Einstein. Einstein spielte am liebsten Mozart, aber er hatte Intonationsprobleme und war auch nicht sehr rhythmisch. An einem Abend, an dem er bei uns zu Hause zusammen mit Artur Schnabel vor etwa zweihundert geladenen Gästen spielte, geriet ihm ein Takt völlig unrhythmisch, so dass Schnabel unterbrach und laut fragte: ,Einstein, werden Sie denn niemals lernen bis drei zu zählen?!’“

Unter der Obhut seiner Großeltern besuchte Robert-Alexander Bohnke als Kind viele Konzerte und fühlte sich schon früh „als hervorragender Fachmann“. Im Piano-Jahrbuch berichtet er weiter: „Als mich in der Pause eines Furtwängler-Konzertes eine alte Dame, die mich wohl irgendwie rührend fand, fragte: ‚Na, mein Kleiner, hat dir denn die Beethoven-Symphonie auch gut gefallen?‘ und dabei noch meine Haare streichelte, antwortete ich gereizt: ‚Gefallen? Wo doch jeder Mensch weiß, dass Furtwängler immer die Tempi der Ecksätze verschleppt?!‘“
Pianist und Komponist

Robert-Alexander Bohnke begann mit fünf Jahren Klavier zu spielen. Zunächst wurde er von der Schnabel-Schülerin Hansi Graudan unterrichtet, dann, nachdem sie 1933 Deutschland verließ, von Hans Erich Riebensahm, einem anderen Schnabel-Schüler. Mit 12 Jahren wechselte er zu Vladimir von Horbowski, „von dessen unerbittlicher Strenge im Klavierunterricht man in Berlin mit angenehmem Gruseln sprach“. 1941 endete diese intensive Unterrichtszeit , denn wegen der Bombenangriffe auf Berlin brachten die Großeltern Mendelssohn ihre drei Enkelkinder nach Österreich.

Aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrt, machte Robert-Alexander Bohnke 1946 am humanistischen Uhland-Gymnasium in Tübingen sein Abitur und studierte anschließend an der Stuttgarter Musikhochschule Klavier bei Horbowski und Komposition bei Georg von Albrecht.

„Der ungeheure Druck, den Hitlers Reich und der 2. Weltkrieg auf mich ausgeübt hatten, war endlich weg, die Freiheit von den Nazis machte mich damals so glücklich und gleichzeitig unruhig, dass ich es nicht aushielt, ‚nur‘ Musik zu studieren. Ich reiste sehr viel umher, lernte viele für mich neue Städte und sehr viele Menschen kennen, studierte in Tübingen bei Krüger, Weischedel, Spranger und Guardini Philosophie, bei Carl Leonhardt und Georg Reichert Musikwissenschaft, bei Helmut von Glasenapp Indologie und außerdem noch etwas Germanistik. Ich komponierte viel und übte zu wenig systematisch Klavier.“(Piano-Jahrb.)

Trotzdem gewann Robert-Alexander Bohnke mit 22 Jahren den. 2. Preis bei einem Wettbewerb des Hessischen Rundfunks, 1953 den Kranichsteiner Musikpreis, 1956 die ersten Preise der internationalen Klavierwettbewerbe in München, Genf und Veralli. Er bekam sehr viele Konzertengagements und Angebote zu Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen.

In diesen Jahren war er einer der hoffnungsvollsten Pianisten Europas – jung, attraktiv, charmant und geistreich. Aber er wollte sich auch nicht von einem hektischen Konzertbetrieb vereinnahmen lassen. Dennoch unternahm er auch größere Konzerttourneen, 1966 war er einer der ersten westlichen Pianisten mit einer ausgedehnten Sowjet-Tournee. „In Taschkent, an der chinesischen Grenze, habe ich auch den besten Steinway-Flügel,den ich in meinem Leben gespielt habe, erlebt… Der Stimmer liebte den Flügel so sehr, dass er sogar unter dem Instrument schlief…“ Rund 20 Jahre später formuliert Robert-Alexander Bohnke seine pianistischen Zielsetzungen: „Manche Aufgaben, die ich mir früher stellte, finde ich heute nicht mehr so wichtig. Ich glaubte noch mit 30 Jahren, dass ich unbedingt alle Klavierkonzerte von Mozart, alle Werke von Chopin, Schumann und Skrjabin und möglichst auch alle Klavierwerke von Bach öffentlich spielen wollte. Heute erscheint es mir viel erstrebenswerter, einen wesentlichen Teil dieser Werke, der mir besonders wichtig ist, immer wieder von neuem zu erarbeiten. […]“ (Piano Jahrbuch)
Hochschullehrer und Pädagoge

1956 erhielt Robert-Alexander Bohnke eine Klavierprofessur an der Freiburger Musikhochschule, die er bis Anfang der 90er-Jahre innehatte. Er behielt seinen ersten Wohnsitz in Tübingen, wo auch seine Familie wohnte – er war in zweiter Ehe verheiratet, Vater von fünf Kindern –, pendelte wöchentlich zwischen Tübingen und Freiburg mit dem Zug durch den Schwarzwald. Carl Seemann war damals Direktor in Freiburg; die beiden Pianisten spielten gerne die Doppelkonzerte von Bach und Mozart und andere Werke an zwei Flügeln.

Sein Kollege, Prof. Dr. Hannsdieter Wohlfahrt, Professor für Musikgeschichte im Ruhestand, erinnert sich:

„Robert-Alexander Bohnke war ein ausgesprochen weltmännischer Kollege, bei ihm beschränkte sich das Gespräch nicht auf hochschulpolitische Tagesthemen, sondern er überschaute auf souveräne Weise größere Zusammenhänge, nicht nur auf musikalischem Gebiet, auch in allgemeinen kulturpolitischen Fragen.“

Was war nun das Besondere an seinem Unterricht? „Robi“, wie er nicht nur von Freunden, sondern auch von Schülern, die längere Zeit bei ihm Unterricht hatten, genannt wurde, setzte Klaviertechnik voraus, arbeitete auf künstlerischer Ebene, besprach aber sehr genau den Fingersatz, achtete auf Texttreue und ermutigte zur gerechten Selbsteinschätzung. Interpretationen, die zwar fehlerfrei waren, aber am Kern des Stückes vorbeigingen, konnte er sehr scharf kritisieren. Bei der Wahl eines ungünstigen Fingersatzes regte er sich manchmal regelrecht auf: „Halt! Da nimmt man den dritten Finger, nicht den vierten. Das ist so klar, man müsste es eigentlich nicht sagen. Aber Ihnen muss man die selbstverständlichsten Dinge erklären. Ich sage, klettern Sie nicht durch das Fenster, um hereinzukommen, bohren Sie nicht ein Loch vom Keller, sondern kommen Sie durch die Tür. Aber nein, Sie brechen durch die Wand herein“ (Edna Grasshorn- Gebhardt in Piano-Jahrbuch, 1982).

Sehr wertvoll waren die monatlichen Klassenstunden, in denen die Klasse zusammen unterrichtet wurde. Hier erwartete er auch nach fünf Stunden gemeinsamen Unterrichts noch höchste Konzentration und Präsenz. Erinnerungen an Klassenausflüge werden wach, wie den Besuch von Albert Schweitzers Geburtsort Kaysersberg im Elsass oder der ehemaligen Wohnsitze von Edwin Fischer und Rachmaninoff in der Schweiz. „Zahlreiche wichtige Impulse, die Robert-Alexander Bohnke gab, geschahen gleichsam am Rande des eigentlichen Klavierunterrichts.[…] Bohnke hatte als Lehrer keinen ,Stil‘, er formierte keine ‚Schule‘. Aber er bildete angstfreie, selbstständige, mit der Musik glücklich umgehende Musiker heran. Heute erst weiss ich, wie wertvoll dies alles ist. Wir, seine Schüler und Freunde, tragen Robi im Herzen.“, so Till A. Körber, Professor für Klavier und Kammermusik an der Anton Bruckner- Privatuniversität Linz (Schwäbisches Tageblatt, 19.10.2004).

Prof. Dr. Vitaly Margulis, langjähriger Kollege von Robert-Alexander Bohnke und jetzt Klavierprofessor in Los Angeles schreibt aus Amerika:

„Robert-Alexander Bohnke ist von uns gegangen. Freunde zählen mit Freude die Ehrungen, die er in seinem Leben erhalten hat. Aber diese Auszeichnungen sind nichts im Vergleich zu der Ehrung, die er in der letzten Stunde bekommen hat – den gnädigen, leichten Tod. Wofür dieser Segen? Toller Pianist; guter Lehrer? – natürlich! Aber Ausgezeichnete gibt es viele. Er war ein glücklicher Mensch, wie es selten einen gegeben hat. Jemand führte ihn durchs Leben (dieser jemand führt auch uns), aber er folgte seinem Willen mit Leichtigkeit. Dafür hat er den höchsten Lohn erhalten. Friede sei mit Dir, mein Freund.“

Diskografie

I. Alexander Skrjabin Klavierwerke
Robert-Alexander Bohnke, Klavier
Dca 93119
(zur Zeit vergriffen)

II. Das Wohltemperierte Klavier 1. Teil
J.S.Bach, Doppel-CD
Dca 93142/43
Robert-Alexander Bohnke, Klavier
(zur Zeit vergriffen)

III. Klavierabend Robert-Alexander Bohnke
Phantasien von Haydn, Mozart, Beethoven u.a.
HH,M&M
Tel.07633/982561

IV. Klavierabend auf dem Flügel von Vladimir Horowitz im Festsaal der Universität Tübingen
Attempto-Verlag
Nauklerstr.2, 72074 Tübingen
Tel.07071/21201
Co.-Produktion mit dem Südwestfunk Landesstudio Tübingen

V. Beethoven Sonaten op.57 und 106
Sas 007033, (zur Zeit vergriffen)

VI. Mozart KK595 Beethoven, Chorfantasie, Camerata vocali, Sinfonieorchester der Stadt Tübingen
Attempto-Verlag
Kompositionen von Emil Bohnke auf CD

I. Piano Concert op.14 Sinfonie op.16
Robert-Alexander Bohnke, Klavier
Bamberger Symphoniker
Israel Yinon
2001 Koch/Schwann Classics GmbH
3-6420-2

II. Klavierwerke von Emil Bohnke
Robert-Alexander Bohnke, Klavier
Real Sound/musikwelt
0510032

III. Emil Bohnke Violinkonzert op.11 u.a.
Kolja Lessing, Violine
Radio-Sinfonie-Orchester Prag, Israel Yinon
Real Sound/musikwelt 0510035

IV. Kammermusik von Emil Bohnke
Kolja Lessing, Violine und Viola
Bernhard Schwarz, Violoncello
Trio Alkan
Verdi Quartett, Doppel-CD
Dabringhaus und Grimm
MDG 2350531-2

V. Klavierwerke von Bach, Beethoven, Emil Bohnke und Skrjabin
Ute Guddat, Klavier
Ars/MusikweltFCD 368 377

Nice Unfall Berlin Aktuell photos

Some cool unfall berlin aktuell images:

Bergung
unfall berlin aktuell
Image by mr172
Das Auto wird langsam aus dem Wasser gezogen.

Artikel der Berliner Morgenpost www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1380604/Berliner-…

Der Weg in die Spree
unfall berlin aktuell
Image by mr172
Am heutigen Morgen hat ein junges Pärchen in einem BMW versucht, die Spree an einer Stelle ohne Brücke zu überqueren. Nach dem Unfall meldete der Fahrer, der wie seine Beifahrerin unverletzt blieb, den Wagen bei der Polizei als gestohlen. Dieses stellte sich aber schnell als falsch heraus, nach dem der Unfall entdeckt worden war.
Der Wagen hatte erst einen Sperrpfosten überfahren, dann ein massives Gitter durchbrochen und ist nach dem Aufprall auf der Promenade ins Wasser gerutscht. Laut Polizei (Berliner Abendschau) war der Wagen etwa 100 km/h schnell.
Otto-von-Bismarck-Allee, zwischen Paul-Löbe-Haus und Bundestagskita.

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Kein Straßenbahnverkehr Verkehrsunfall in Hellersdorf – eine Person leicht

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Bei einem Verkehrsunfall in Hellersdorf wurde eine Person leicht verletzt. Momentan ist der Straßenbahnverkehr stellenweise unterbrochen. Die Polizei versucht den Unfallhergang zu klären. Gegen 19.30 Uhr ereignete sich ein Verkehrsunfall auf der …
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